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Biochemie der Psyche

„Der Magen verdaut Nahrung, das Gehirn Information und Erfahrung“
– Alfred Schatz

Der Umgang mit Information und Erfahrung ist eine der größten Herausforderungen für Gesundheit und psychisches Wohlbefinden. Eine herausragende Rolle spielt dabei das Gehirn. Indem das Gehirn Information und Erfahrung verdaut, lernt es. Liegen allerdings „Verdauungsstörungen“ vor, können bestimmte Erfahrungen und Informationen nicht verarbeitet werden.

Psychische Erkrankungen entstehen unter anderem durch ein Ungleichgewicht in der körpereigenen Biochemie. Dopamin, Serotonin und Co bestimmen und leiten unsere Gefühlswelt.

Bei Depression, Schizophrenie, Flugangst oder auch bei Emotionen wie Liebe oder Glücksempfinden schüttet das menschliche Gehirn unterschiedliche Hormone in spezifischer Konzentration aus.

So haben depressive Menschen ein sehr niedriges Dopamin- und Serotonin-Level – das Hormonpaar, das glücklich macht. Bei Flugangst „platzen“ Betroffene hingegen vor den beiden Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin. Zum Ausgleich wiegt uns das „Kuschelhormon“ Oxytocin in Vertrauens- und Geborgenheitsgefühlen.

„Glücksbringer“: Dopamin und Serotonin

Besser bekannt als „Glückshormone“ sind die beiden Neurotransmitter Serotonin und Dopamin. Werden sie zu viel oder zu wenig ausgeschüttet, wird die Harmonie im Gehirn gestört. Serotonin spielt eine Rolle bei der emotionalen Befindlichkeit und dem Schlaf- und Wachrhythmus. Menschen mit Depressionen haben einen sehr niedrigen Serotoninspiegel, Verliebte und Glückliche einen sehr hohen. Auch Ernährung kann den Serotonin-Level anheben, z.B. ein Stück Schokolade.

Dopamin ist ein sehr wichtiger Botenstoff im zentralen Nervensystem. Vor allem bei Vorgängen in der Gefühlswelt, bei Bewegungsabläufen und  der Leistungsfähigkeit des Gehirns (z.B. beim Lernen) hat es einen bestimmenden Anteil. Bei Krankheiten wie Parkinson, Angststörungen und Depression wird seine Ausschüttung unterdrückt – mit negativen Folgen. Bestimmte Medikamente, z.B. Psychopharmaka enthalten künstliches Dopamin, um dem Gehirn auf die Sprünge zu helfen und die hormonelle Harmonie wieder herzustellen.

Liebe und Geborgenheit: Oxytocin

Oxytocin, auch oft als „Kuschelhormon“ bezeichnet, wird im Hypothalamus im Gehirn gebildet. Es leitet die Wehen bei einer Geburt ein, Mutter und Kind schütten es beim Stillen aus, wodurch die Bindung gestärkt wird. Auch beim Orgasmus strömt Oxytocin durch die Blutbahn, festigt das Gefühl des Vertrauens zueinander und schweißt als Paar zusammen.

Stress lass nach: Noradrenalin und Adrenalin

Eher unangenehme Zeitgenossen sind auf Dauer die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin.  Wenn eine Überproduktion vorkommt, sind die Leitsymptome Bluthochdruck, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen. Bei Flugangst z.B. schießen sie in Höhe, erzeugen Panik, Angstzustände und Schweißausbrüche, Herzrasen.

Der Körper kann aber eine längerfristige Überproduktion (Stress) nicht aufrechterhalten. Die Folgen können über eine Depression bis zum Burnout sein.